Montag, 2. Januar 2012

Hundezucht mit Erbkrankheiten - Gibt es ein Lundehund Syndrom?

Der Lundehund ist ein ganz besonderer Hund. Er wurde für die Jagd auf Papageientaucher (Lunde) an den schroffen Küsten der Nordsee schon vor mehreren hundert Jahren herausgezüchtet. Die Lunde brütet in tiefen und engen Höhlen an den unzugänglichen und schroffen Felshängen hoch über der kalten Meeresbrandung. Diese speziellen Anforderungen ließen einen Hund entstehen, der zahlreiche anatomische Besonderheiten aufweist. Im Beitrag Anfang Dezember 2011 wurde hiervon berichtet.

Da die Jagd auf Papageientaucher vor etwa 100 Jahren an Bedeutung verloren hatte, schien auch der spezielle Jagdhund auf den Lunde ausgestorben zu sein. In den 1960er Jahren fand man jedoch auf einer Insel Restbestände dieses so einmaligen Hundes. Mit nur fünf Exemplaren begann man ein Zuchtprogramm. Heute finden sich in Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Nordamerika wieder über 1.200 Exemplare dieser Hunderasse unter dem Patronat Norwegens.

Folge eines genetischen Flaschenhalses?

Schon bei der modernen Gründerpopulation zeigte einer der fünf Hunde Symptome einer Magen-Darm-Krankheit. Heute gibt es zahlreiche Hinweise, dass diese Krankheit in der Lundehund-Population weltweit verbreitet ist. Meist wird sie kurz als "Lundehund-Syndrom" bezeichnet, in der Wissenschaft wird von der "Lundehund-Gastroenteropathie" (1) gesprochen. Weite Teile der Züchter und Zuchtvereine sprechen von rein "gar nichts", doch dazu später.

Eine Definition des Lundehund-Syndroms

Tierärztin Dr. Nora Berghoff fasst das Lundehund Syndrom wie folgt zusammen:
"Das Lundehund-Syndrom kann sich in einem Hundeleben zu jeder Zeit, in verschiedenen Graden und bei jedem Geschlecht zeigen. Der Begriff „Lundehund Syndrom“ umfasst die Komponenten Gastritis, PLE, Intestinale Lymphangiektasie (IL), entzündliche Darmerkrankungen (IBD) und Malabsorption."

Sie schrieb 2006/7 über dieses Thema ihre Dissertation unter wissenschaftlicher Betreuung von Prof. Dr. Ingo Nolte von der TiHo Hannover und Prof. Dr. J. M. Steiner von der Texas A&M University. Man kann die Symptome, jedoch nicht die eigentliche Krankheit behandeln. Fast immer führt die Krankheit trotz immensem diätischen und medizinischem Aufwand zu einem - man muss es so sagen - jämmerlichen Tod der armen Hunde. Was die Hunde zu sich nehmen, kommt gleich wieder heraus, erbrochen oder als Durchfall. Die Blutwerte demonstrieren schnell Anämie sowie Schäden an Leber und Nieren. Die Hunde wirken ausgezehrt, sind schlaff und geschwächt. Eine strenge Diät kann das Problem lindern, aber nicht heilen. Die Behandlungskosten übersteigen zudem nicht selten die Möglichkeiten eines Durchschnittshaushalts (siehe unten *).

Leider keine Einzelschicksale

"Alle Blutwerte sind sehr niedrig. Dagegen müssen wir unverzüglich etwas tun. Wegen des Spuckens müssen wir ihn so lange spucken lassen, bis die Medikamente wirken und er dann das Essen drin behalten kann. Wenn das nicht gelingt, muss er in eine Klinik aufgenommen werden. Darüber hinaus erhält er ein besonderes Diät-Futter und bekommt fünf verschiedene Medikamente über den Tag. Cor und ich bleiben immer in der Nähe und schlafen nachts neben den Hunden, es geht ihm so schlecht, dass wir ihn nicht alleine lassen wollen." So aus einem Bericht von November 2008.

"Liebes Frauchen und Freunde,
Über viele Monate habe ich tapfer gegen diese schreckliche Krankheit gekämpft, gegen das Lundehundsyndrom.
Manchmal glaubte ich, dass es mir gelungen ist und ich konnte, zusammen mit meinem Frauchen, noch richtig fröhliche Sachen machen. An anderen Tagen ging es mir dann wieder schlechter, aber zusammen mit meinem Frauchen bin ich immer wieder schön auf die Füße gekommen.
Aber am letzten Freitag und Samstag ist dann doch etwas mit meinem kleinen Gehirn fehl geschlagen. Danach war ich gelähmt und ich konnte überhaupt nichts mehr tun.
Aber ich habe hier eine so wunderschöne Zeit verlebt, ich hatte ein Frauchen an meiner Seite, das nichts lieber tat, als mit mir herum zu tollen, mich zu verwöhnen und das mich überall mit in die Welt genommen hat.
Auch ich weiß noch nicht, wie ich denn demnächst überhaupt ohne sie auskommen soll.
Jetzt bin ich aber zu müde geworden, um noch kämpfen zu können.
Auf eine Besserung darf ich nicht mehr hoffen und ich werde jetzt bald meine Ruhe im Hundehimmel finden.
Alle werde ich dort so sehr vermissen, mein liebstes Frauchen ..., meinen Betreuer ..., meine Spielkameradin ..., die ganze Familie und all die lieben Freunde.
Es soll Euch allen gut gehen.
Euer kleines Knuddelchen" (so aus einem Brief eines verstorbenen Lundehundes *2007 +2009)

Diese Lundehund-Schicksale stehe für inzwischen Dutzende alleine in Europa und nicht wie aus Kreisen der Zuchtvereins-Funktionäre gerne behauptet wird "für Einzelschicksale".

Anfang 2011 notiert die norwegische Züchterin T.O. auf Facebook: "Ich hasse das Syndrom. Donnerstag musste ich wieder einen meiner Hunde nach einem aussichtlosen Kampf gehen lassen. Der kleine Rüde ist gerade einmal ein Jahr alt geworden." Weiter schreibt sie: "Ich habe jetzt fünf Hunde verloren und weitere drei erkrankte Hunde zu Hause. Außerdem weiß ich, dass vier von meinen gezüchteten Hunden ebenfalls erkrankt sind."

Oder Folge jahrhundertelanger Ernährung ohne Fleisch?

Zunächst wurde vermutet, dass dieses Problem aus der Geschichte des Lundehundes herrühre. Man nahm an, dass sich der Verdauungstrakt des Lundehundes über die Jahrhunderte voll auf die Verwertung von Fisch(-resten) und Vögeln (Lunde) spezialisiert habe. Hieraus würden dann Probleme bei Ernährung mit herkömmlichem Hundefutter rühren. Es gab nur noch wenige Lundehunde und wenig Erfahrung. Mit der Zeit konnte man jedoch beobachten, dass zwei Lundehunde, die in demselben Haushalt lebten und gleich ernährt wurden, völlig unterschiedlich reagierten. Bei dem einen konnte das "Lundehund-Syndrom" voll mit allen Symptomen ausbrechen und schnell zum Tode führen, der andere Hund zugleich problemlos und gesund ein hohes Alter erreichen. Zu beobachten war dann auch, dass sich das Lundehund-Syndrom vorwiegend bei bestimmten Zuchtlinien zeigt.

Verdacht auf eine genetisch bedingte Krankheit

Dieser Verdacht auf eine genetisch bedingte, eine Erbkrankheit konnte inzwischen wissenschaftlich erhärtet werden. Praktisch alle Wissenschaftler, die sich mit dieser Problematik befasst haben, gehen von einer erblichen Disposition aus (2). Tierärztin Dr. Susan Lyn Torgerson aus Seattle (USA): "Lundehunde bekommen diese Erkrankung sehr viel häufiger als andere Rassen, und die meisten werden eine Attacke irgendwann in ihrem Leben haben. Forscher schätzen die Inzidenz zwischen 40% und bis zu 100%." (3)
Der genaue Erbgang und die genaue Ursache des Lundehund-Syndroms sind aber noch nicht verstanden, was bei einer so seltenen Hunderasse nicht unbedingt verwundert. Ein Forschungsprojekt "Lundehund Syndrom" wurde 2006 an der TiHo Hannover ins Leben gerufen. Professor Dr. Otmar Distl hatte sich bereit erklärt, das für diese Erkrankung verantwortliche Gen zu bestimmen (9) **. Leider wurde dieses Projekt von der deutschen Züchterschaft nicht wirklich unterstützt.

Ignoranz aus Liebe zu den Hunden oder warum?

Es verwundert schon, wie die Zucht mit diesem offensichtlichen Problem ihrer Hunde umgeht. Das Lundehund-Syndrom wird von weiten Teilen der weltweiten Zuchtvereine und Züchter kurzerhand verharmlost oder unterschlagen (4, 5). Den Haltern und Welpenkäufern der Lundehunde wird gerne suggeriert, dass es sich um ein Randproblem handele. Tritt die Krankheit auf, wird der einzelne Halter ins Visier genommen und ihm Nachlässigkeiten in der Ernährung oder eine zu große Stress-Belastung seines Hundes unterstellt. Es ist eigentlich ein Skandal, wenn die Zuchtordnung des Deutschen Clubs für Nordische Hunde (DCHN) im VDH keinerlei Regelung für dieses Krankheitsbild enthält (6).

Und es erscheint natürlich nicht als Skandal, wenn man das Problem kurzerhand als exotisches Randproblem darstellt, welches nur 10% der Lundehunde in Norwegen beträfe, wie es die IG Norwegischer Lundehund und der Lundehund e.V. machen. Sie berufen sich dabei auf die Ausarbeitung der norwegischen Lundehund-Züchterin und -Zuchtverbands-Funktionärin Espelien, die mit einem netten Aufsatz mal nebenbei die versammelte Wissenschaft Lügen straft, freilich ohne selbst einen belastbaren Beleg zu erbringen. Zu ihrer "nur 10%"-Behauptung räumt sie freimütig ein: "Diese Schätzung basiert auf empirischen Daten, denn eine diesbezügliche Statistik gibt es gegenwärtig nicht." Der Lundehund-IG reicht das aber völlig: "Um vielen Horrorgeschichten (z. B. kurze Lebensdauer, kranke Rasse (IL), Diät erforderlich), die im Hinblick auf den Lundehund im Umlauf sind, entgegenzutreten, wurde ein hervorragendes Exposé von Ingvild Svorkmo Espelien – ... Diplombiologin (cand.scient. ...) und tätig als Oberstudienrätin/ Dozentin für Kleintierkunde – ausgearbeitet." (7) Die meisten anderen Zuchtvereine stoßen ins gleiche Horn.

Diese Ignoranz weiter Teile der Zucht macht Sorge um die Zukunft dieser so besonderen, erhaltenswerten Hunderasse. Mit einer Vogel-Strauß-Taktik mag man zwar Welpenkäufer und geprellte Hundehalter im Zaum halten können, nicht aber die Krankheit. Der Lundehund muss dringend vor einer weiteren Ausbreitung dieser Erbkrankheit geschützt werden - wie auch vor Züchtern, die solche Erbkrankheiten ignorieren. Hunde, die als (wahrscheinlicher) Carrier dieser Krankheit identifiziert wurden, müssen aus der Zucht genommen werden. Eine - soweit medizinisch machbar - negative Diagnose sollte verpflichtende Voraussetzung für eine Zuchtzulassung sein.

Was ist das für eine "Liebe" zu den Hunden, wenn man sie dem Risiko einer solch fatalen Erbkrankheit sehenden Auges aussetzt!? 

Der 1988 gegründete "Norwegian Lundehund Club of America, inc." (8) nennt das Problem beim Namen: "Die Lebenserwartung eines norwegischen Lundehunds gilt als unberechenbar aufgrund des Lundehund Syndroms." Deshalb:

Wir brauchen dringend eine Wende in der Zucht des Lundehundes zur Rettung dieser einmaligen Hunderasse!


* Kostenrisiko Lundehund:
Ein Lundehundwelpe kostet mittlerweile 1.500 €. Die entstehenden Tierarztkosten eines kranken Lundehundes belaufen sich mtl. auf um die 300,- € + teures Spezialfutter. Ein kranker Lundehund kann schnell bei der Erstbehandlung (stationärer Aufenthalt und das Einstellen der Medikamente) 1.000,- € und auch weitaus mehr kosten.

** Möglicherweise ist das LS eine kanine Form des Morbus Crohn  (Inflammable Bowel Disease); Dr. Hellmuth Wachtel weist darauf hin, dass eine Erforschung des LS möglicherweise entscheidende Fortschritte für die Humanmedizin im Verständnis des Morbus Crohn bringen könnte.

(1) Dr.med.vet. Nora Berghoff, Prävalenz und Teilcharakterisierung von Gastroenteropathien mit Proteinverlust beim Norwegischen Lundehund in Nordamerika http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/berghoffn_ws06.html
(2) Prof. Dr. Ingo Nolte, Dipl. ECVIM-CA/ ECVON-CA, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Schreiben vom 22.11.2007
(3) DVM Dr. Susan Lyn Torgerson, Lundehund Intestinal Syndrome http://lundehunds.com/lundehundsyndromeinfo.html
(4) Norwegian Lundehund Association of America: "There is a small group of Lundehund owners who, prior to the establishment of the NLAA, coined the phrase "Lundehund Syndrome" in an effort to paint an all encompassing picture of the Lundehund GI problems. Please take note that this term is NOT found in any official medical textbooks."
http://www.nlaainc.com/main_page.htm
(5) Norwegischer Lundehundeclub
Suomen Lunnikoirayhdistys Ry
Dänischer Lundehundeclub (keine Erwähnung des Lundehund-Syndroms)
Svenska lundehundsällskapet
(6) Zuchtordnung des Deutschen Clubs Für Nordische Hunde (rassespezifischen Anhang der ZO/DCNH für den Lundehund http://www.dcnh.de/satzung/ralundehund.pdf
(7) Interessengemeinschaft Norwegischer Lundehund, http://www.norwegischer-lundehund.de/informationen.html
Lundehund e.V. http://www.lundehund.eu/
10%-"Untersuchung" von Ingvild Svorkmo Espelien: www.norwegischer-lundehund.de/images/EXPOSE_IL.pdf
(eine Anfrage des Autors an die IG nach Informationen zum Lundehund Syndrom blieb unbeantwortet)
(8) Norwegian Lundehund Club of America http://lundehund.com/health.htm
(9) zur Studie TiHo Hannover Prof. Dr. Otmar Diestl http://quistel.de/Merkblatt_COBOL_Hund.pdf
(10) Warnung vor dem Lundehund-Syndom auf einer kanadischen Info-Seite

Ein Beitrag von Christoph Jung in Zusammenarbeit mit Nicole Kamphausen

25 Kommentare:

Christoph Jung hat gesagt…

per E-Mail vom 2.1.2012:
"Sehr geehrte Herr Jung,

Ich habe viel von Ihnen und Ihren „Dortmunder Appell“ gehalten, aber was Sie aber den Lundehund schreiben, ist z.T. Haarsträubende. Es ist eine Mischung von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Lügen. Es wäre als ob ich schreiben würde, „die Deutschen sind Neonazis“, oder Sie sind „nicht normal“ denn Sie werden immer Neonazis finden und Leute finden die meinen dass Sie nicht normal sind! Sie tun die Sache keinen Dienst, wenn Sie sich auf „Bild“-Niveau begehen, aber GsD, Sie müssen damit leben, ich nicht! Den meisten Züchter kennen das Problem, es steht sogar in den norwegischen Verkaufspapieren und NVH arbeitet schon seit längerem mit dem Problem. Sie hätten bei Gott einen kompetenteren Partner finden können, aber da werde wohl den Beitrag nicht so reizerisch. Sie zeigen Bulldoggen, verglichen mit französische Bulldogge sind die Lundehunde ein Gesundheitswunder oder haben die Bulldoggen keine Probleme mit dem Laufen oder Geburten? Können Sie 5 Stunden im Wald mit Ihre Hunde laufen oder können Sie daneben sitzen und nicht hören, dass 4 Welpen geboren werden, da alles so stille vor sich geht?

Mit freundlichen Grüßen

Gr..."

Christoph Jung hat gesagt…

Meine Antwort:

"Sehr geehrte Frau/Herr Gr...,

wenn Sie mir konkret sagen, wo ich etwas falsche berichtet oder auch nur übertrieben habe, so werde ich das gerne öffentlich korrigieren.

Mit Bitte um ihre Argumente.

Viele Grüße

Christoph Jung"

Christoph Jung hat gesagt…

Aus einer namentlich gezeichneten Zuschrift per E-Mail:

"Zu meiner Familie zählt ein inzwischen 9-Jähriger Lundehund. Er ist gesund. Aber dennoch beobachten wir ihn haargenau, machen uns bei jeder Stuhlanomalie Sorgen.

Ich habe noch die frageden Augen von einer kleinen Lundehündin in
Erinnerung: "Wieso könnt Ihr mir nicht helfen?" schien sie zu fragen.

Angesichts solchen Leides frage ich mich, wie man gestrickt sein muß, um dieses offensichtliche Problem einfach wegzuleugnen. Es geht wohl mal wieder nur um Geld und Macht.

Ich darf mit meinem Lundie nicht züchten. Denn ich habe nicht das Placet des allmächtigen DCNH. Und was, wenn eine gesunde Lundehündin vor meinem kleinen steht? Was, wenn die beiden sich ganz ohne den Gottgleichen unfassbar herrlichen DCNH für Nachwuchs entscheiden? Sind diese Welpen dann keine Lundies?"

Was bringt dieses ganze Funktionärsgehabe? Ich will es Euch sagen:
1) Schäferhunde mit Fließheck, HD ab Werk.
2) Goldenretriever, die nicht mehr wie noch vor wenigen Jahrzehnten
hochintelligente Arbeitshunde sind. Die Kerle sind meist dumm wie Bohnenstroh, aber sie sehen so aus, wie die selbsternannten
Schöpfergötter in den Funktionärskreisen sich einen Goldie vorstellen.
3) Und das Problem mit den Lundies wird einfach geleugnet. Klar, die
Herren Funktionäre wissen es ja besser als die Ärzte, die die kranken Tiere behandeln.

Sieht hier eigentlich keiner, daß der Kaiser keine Kleider trägt? Daß dieses ganze Funktionärsgedöhns seinem ursprünglichen Zweck zuwider arbeitet? Daß wie diese ganze Meschpoke nicht brauchen?

Gerne würde ich meinen Beitrag entrichten an einen Verband, der sich dieser Geißel der Lundehunde entschieden entgegenstellt. Aber der DCNH hat hier versagt! Und sich damit entbehrlich gemacht."

Anonym hat gesagt…

Also, der Bericht ist auf den ersten Blick schon erschreckend, aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann ist er hieb und stichfest.
Würde es begrüßen, diese Info VOR Welpenkauf zu haben. Dann weiß man was noch auf einen zukommen kann. Wie gesagt - kann muss aber nicht.

Christoph Jung hat gesagt…

Zuschrift aus den USA:

Hallo Mr.Jung

Ich wollte ihnen nur sagen sie haben den Nagel mit dem Hammer am Kopf getroffen. Mein Name ist Sandra und ich bin aber in die USA gezogen in 1987. Ich schaue aber immer mal wieder was in Deutschland so gemacht wird. Ich habe auch zwei Lundehunde.Mein Heiko ist 3 Jahre und mit 1 Jahr schwer erkrankt mit allen STufen von dem Syndrome.Der Tierarzt hatte ihm nur eine 10% chance am Leben zu geben aber 4 Wochen in der Clinic und $10000 spaeter hat er es geschafft aber nur mit Medikamente am restlichen Leben. Sein Vater ist auch krank und in den USA als ich zu einem Lundehund Fest gegangen bin aus 25 Hunde 21 waren erkrankt.Es ist nicht besser hier obwohl die studien fuer die Medikamente hilft aber die Zuechter muessen endlich mal was machen. Es ist Herzbrechend seinen Hund leiden zu sehen oder schon nach ein paar Jahre zu verlieren.HOffentlich wird endlich mal was gemacht anstatt nur darueber zu luegen. ...

Claudia Fuhrmann hat gesagt…

Der erste Bericht über den Lundehund hat mich schon fasziniert, wie die Natur einen derart spezialisierten Jagdhund entwickelt hat. Ihn mit den Bulldoggen zu vergleichen ist schon drollig, obwohl es auch Bullys gibt, die mehrere Stunden durch den Wald laufen können und ihre Welpen "rausschießen", aber darum geht es ja nicht.
Es ist traurig, sobald man Berichte über Erbkrankheiten veröffentlicht, wird man in die reißerische Boulevard-Ecke gedrängt. Geht es hier nicht um das Wohl der Hunde? Und auch um das Wohl der Besitzer, die sicherlich auch manchmal emotional und finanziell, wie bei vielen anderen Rassen auch, überfordert sind?
Das Lundehund-Syndrom ist wohl eine der grausamsten Erbkrankheiten, jeder kranke Hund ist einer zuviel. Liebe Liebhaber und Züchter klärt auf und kämpft für das Wohl der Hunde. Lasst den Lundi gesund werden, er hat es verdient! Diese Rasse ist so einzigartig, es wäre ein wahrer Verlust, wenn sie nicht überleben würde.

Magdalena ter Horst hat gesagt…

Ich finde es gut, wenn endlich was gegen diese Krankheit getan wird. Es ist schrecklich, wie die erkankten Hunde leiden müssn!

Anonym hat gesagt…

Hallo herr jung,

Es ist so,Der Lundehund ist ein ganz besonderer Hund.Wir hatten auch verschiedenen lundehunden.
Unsere erfahrung durch die jahren ist das jeden drei lundhunde,zwei an "Lundehund-Syndrom" erkrankt sind.Das bringt viele kosten mit sich mit,Das bringt in unsere familie auch viele sorgen,Das verdriet kan man nicht erzahlen,Mein partner hat die sorgen,und alles was damiet zusammen komt,erleebt.Zuende ist sie auch krank vom stress und alles wass damit zusammen komt.
Wir sind wirklich liebhaber und stolls auf unsere hunde,aber meine familie muss auf die erste platz stehen bleiben.Wir brauchen wirrklich so Sie schreibe dringend eine Wende in der Zucht des Lundehundes zur Rettung dieser einmaligen Hunderasse!

Ein traurige familie

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Jung,

ich habe ein anderes Bild von den Züchtern und Zuchtvereinen. Sie schreiben:
"Weite Teile der Züchter und Zuchtvereine sprechen von rein "gar nichts"."
Als ich mir damals bei den Züchtern über den Lundehund informierte, war das das Erste worüber ich aufgeklärt wurde.
Zudem fällt mir kein Lundehundbesitzer ein, der darüber nicht beim Kauf des Hundes informiert wurde. Ich möchte aber natürlich nicht ausschließen, dass so etwas passiert. Schwarze Schafe gibt es überall.

Zu der Erkrankungswahrscheinlichkeit schreiben sie:
"Lundehunde bekommen diese Erkrankung sehr viel häufiger als andere Rassen, und die meisten werden eine Attacke irgendwann in ihrem Leben haben. Forscher schätzen die Inzidenz zwischen 40% und bis zu 100%."
Eine Internetseite zitieren kann jeder. Auf welchen Untersuchungen basieren diese Zahlen und auf was bezieht sich die Inzidenz? Sind da auch die Fälle berücksichtigt, bei denen der Hund "nur mal Druchfall" hat oder nur die, wo der Hund wirklich in seinem Leben merklich eingeschränkt ist? Ohne Nachweis ist das noch weniger aussagekräftig als die 10%, welche wenigstens auf empirischen Daten beruhen sollen.

Zudem schreiben sie:
"Wir brauchen dringend eine Wende in der Zucht des Lundehundes zur Rettung dieser einmaligen Hunderasse!"

Wie soll diese Wende aussehen? Die dafür verantwortlichen Gene sind meines Wissens noch nicht bekannt, dass man eine Selektion treffen könnte. Und solange diese Selektion nicht möglich ist, ist es das Ziel den Genpool so groß wie möglich zu halten um so später einmal eine eventuelle Selektion durchführen zu können. Daher ist es zur Zeit viel wichtiger den Inzuchtfaktor sowie die Isolation durch die Ländergrenzen so klein wie möglich zu halten, bis eine Möglichkeit bekannt ist das Syndrom loszuwerden.

Ich halte viel vom Dortmunder Appell. Es tut mir immer wieder leid überzüchtete oder besser gesagt mit den falschen Zielen gezüchtete Hunde zu sehen (Ich nenne besser keine Rassen, dass geht hier zu weit). Allerdings finde ich, dass der Lundehund/ die Lundehundzüchter nicht in die Kategorie Qualzucht gehören. Immerhin ist es absolut nicht gewollt, dass die Hunde möglicherweise erkranken. Aber solange es keine andere Möglichkeit gibt diese bewundernswerte und außergewöhniche Rasse zu erhalten muss man und vor allen der Hund leider damit leben.


Mit freundlichen Grüßen

Jens Kluck

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Kluck,

ich bin mir durchaus bewusst, dass man Sie über das LS aufgeklärt hat und vor allem was die Auslöser dieser Krankheit sind.
An oberster Stelle stehen immer die Begriffe: Stress und falsche Ernährung.

Selbstverständlich wird eine Krankheit (Krebs, Herzfehler, LS usw) durch Stress schneller ausbrechen als ohne. Aber sie können die Krankheit ohne Stress nicht verhindern.

Bezüglich der Ernährung möchte ich Ihnen folgende Infos geben: Auf meine Frage, welches Futter für eine Lundehunde das Beste ist, habe ich von Frau Dr. Berghoff am 12 Jun 2006 folgende Antwort erhalten: Zitat Anfang: „Zunaechst muss ich leider sagen, dass die Idee, Lundehunden ein spezielles Futter zu fuettern, zwar nicht schlecht ist, aber Sie muessen sich im klaren sein, dass dies KEINE Heilung bringen wird. Lundehunde sind genetisch veranlagt, diese Krankheit (Lundehundsyndrom) zu entwickeln. Egal, was fuer eine Diaet Sie fuettern, es wird die
Krankheit nicht verhindern koennen. Leider muss ich das so drastisch sagen, da ich Ihnen keine falsche Hoffnungen machen will..... Ich sammle nun schon seiteinigen Jahren Daten, und aus alldem kann man ersehen, dass es (leider)keinen Unterschied zu machen scheint, welches Futter gefuettert wird.“ Zitat Ende

„Forscher schätzen die Inzidenz zwischen 40% und bis zu 100%“ Hier verweise ich auf die Dissertation von Frau Nora Berghoff; auch zu finden auf der Seite des DCNH.

Teil 1

Anonym hat gesagt…

Teil 2

Sie schreiben vom großen Genpool bzw. niedrigem Inzuchtfaktor.
Wir sprechen jetzt nur über die Deutsche Zucht!
Drei der heutigen Züchter in Deutschland haben im Jahr 2005 ihre Hündinnen mit zwei Rüden verpaart die Halbbrüder waren. Im Jahr 2005 gab es ungefähr 35 Lundehunde in Deutschland. Der Inzuchtfaktor bei der Verpaarung dieser Welpen würde 4,69% bzw. 4,88 % auf 5 Generationen ergeben.
Des Weiteren werden bei gewissen Züchtern nur Wurfwiederholungen gemacht. Es gab bereits die dritte Wurfwiederholung. Wie soll hier ein größerer Genpool zustande kommen?

Sie gehen doch mit mir konform das erkrankte Hunde zugleich Carrier sind.
Selbstverständlich wurden schon Hunde als Carrier erkannt. Ich habe schließlich einen davon. Eine weitere Hündin und ein Rüde sind mir bekannt.
Diese Hündin ist die Schwester vom Vater des bekannten Rüden.
Ich habe mir div. Internetveröffentlichungen über diesen Rüden gespeichert. Eine Züchterin schrieb in einem Lundehundform, dass der Rüde in der Klinik stationär versorgt werden musste. Ebenso war es im Holländischen Forum zu lesen.
Mir persönlich wurden von der Besitzerin per FAX die Blutwerte der Klinik übermittelt.
Hier geht es nicht nur um eine einfache Diarrhö oder eine harmlose Gastroenteritis.
Der Hund erkrankte im Jahr 2006 und die ersten Welpen nach diesem Rüden wurden 2007 geboren.
Auf Grund der Blutwerte kann man schon weitaus vorher sehen, dass ein Hund erkrankt ist. Auch ist die IBD auf dem Ultraschallbild deutlich zu sehen. Ich hab einen Vergleich, Vitani mit IDB und Laurin mit einem gesunden Darm.

Diese Hunde sind Carrier und gehören genauso wenig in die Zucht wie Hunde mit HD, ED, Spondylose, Katarakt oder andere erbliche Erkrankungen.
Professor Dr. Distl. hat im Jahr 2008 die verantwortliche Genkombination für HD beim Schäferhund gefunden. Diese sind nicht identisch mit denen anderen Rassen wie z. B. Malamute oder Husky. Aber Hunde mit schlechtem HD Resultat werden aus der Zucht genommen, obwohl hier die verantwortliche Genkombination noch nicht gefunden wurde.

Ich habe selber erlebt was passieren kann, wenn man einen erkrankten Hund mit einem Träger verpaart. Vitanis Sohn wurde gerade einmal zwei Jahre alt, seine Tochter nur vier Jahre. Es hat nur ein Hund aus dieser Verpaarung überlebt.

Was passiert wenn man annimmt der Hund ist gesund.
Hier ein Zitat von Jaana Kaarre. Zitat Anfang:“ My Taavi (Bolero) first got syndrom at the age of two, but he got through that. Five years went when he didn`t even need any medicines at all, he had no symptoms. He was like any healthy lundie. But then the syndrom came back about a year ago, and it was way much worse and stronger. I tried absolutely everything I could, but it was a battle we couldn`t have won anyway…….. Five years like a normal dog - and then it kills!“ Zitat Ende

Nicole Kamphausen

Anonym hat gesagt…

Leider hat Nora Berghoff in ihrer Dissertation von 2006 nicht einmal das Wort Inzidenz verwendet.

Gruß
Jens Kluck

Nora Steinfelder hat gesagt…

Schau doch mal welche Pläne und nützlicher Tipp die Autorin mal hatte:

http://lundehund.startpagina.nl/prikbord/read.php?1234,5793939,5793940

Christoph Jung hat gesagt…

@ Nora Steinfelder

Das war vor 6 Jahren. Damals dachte man auch noch, es käme - wie im Artikel ausgeführt - von der Gewöhnung des LH an Fisch und Vogelfleisch. Heute hat die Wissenschaft viele neue Erkenntnisse wie ebenfalls im Artikel dargelegt.

Manche haben dazu gelernt, manche nicht. Der Leser muss selbst beurteilen, welche Haltung für das Wohl der Hunde am besten ist.

Viele Grüße
CJ

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrte Frau Rosa/Nora Steinfelder,

in 2006 hatte ich noch die Informationen die ich heute habe und glaubte ebenfalls an die Märchen aus Norwegen. In meiner Datenbank befinden sich nun 104 Lundehunde mit Lundehundsyndrom. Die meisten verstarben im Durchschnitt von 5 – 6 Jahren. Der Jüngste starb mit 1 Jahre. Ein Lundehund erkrankte im Alter von 8 Monaten. Ich habe einen Stammbaum in dem sich die Krankheit durch 4 Generationen durchzieht. Wir schauen nun auf die Linie von Vitani. Bis jetzt ist mir bekannt, dass es drei Generationen betrifft. In wie weit die Welpen von Vitanis Tochter noch gesund sind, kann ich nicht sagen. Auch weiß ich dass die Welpen der Geschwister/Halbgeschwister von Vitani nicht gesund sind.
Und wenn man sich die Mühe macht in dieses Thema weiter zu lesen steht dort, dass die Hündin Avoin Godiva ebenfalls erkrankt war. Sie wurde nur 6 Jahre alt und ihr Sohn Caesar in pursuit of glory nur 4 Jahre alt. Die Brüder Thor und Ivar haben beide das Lundehundsyndrom und Thor verstarb im Alter von 4 Jahren.
Nordlands Froya starb mit 9 Jahren und ihre Töchter Aase fra Lofoten und Aud fra Loften verstarben ebenfalls im Alter 6,5 und 8 Jahren am Lundehundsyndrom.
Aber Aldis fra Lofoten wurde mit Pedigree multi complete 15,5 Jahre alt. Allein das sagt aus, das es nicht am Futter liegen kann.
Lundestuens Aevi war ein sehr ängstlicher Hund und hatte, genau wie viele anderen Lundehunde, Angst vor Gewitter, Sturm, Regen und Feuerwerk. Ernährt wurde sie ebenfalls mit Pedigree multi complete. Sie verstarb mit 12,5 Jahren an Gesäuge Krebs.
Durch meine Kontakte in die USA erhalte ich stets die neusten Informationen, was die Behandlung anbetrifft, und gebe diese gerne an meine Freunde weiter.

Nicole Kamphausen

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Jung?

haben sie hier nur eine Plattform vorbereitet, oder haben sie auch noch eine Meinung?

Klar ist es schlimm bestellt um diese Rasse, aber was nützt uns diese Diskussion hier.
Während dessen stirbt der Lundehund langsam aber (hoffentlich nicht ) sicher aus und Hauptsache wir haben mal wieder darüber diskutiert.
Das kennt man wohl aus der Vergangenheit zur Genüge und vernünftige Ansätze, wie man dies ändern könnte und dem Lundi helfen zu überleben habe ich bis jetzt noch nicht gehört.
Es gibt keine "sauberen Zuchtlinien" beim Lundehund. Entweder man nimmt es so wie es ist, oder man läßt ihn ziehen.
Alles andere ist, wie schon der Prediger Salomon sagte, eitel und haschen nach Wind.
Wohl gemerkt, ich liebe diesen Hund und würde mich über sein "Überleben" freuen, aber diese scheinwissenschaftlichen Diskussionen sind wie immer nur kontraproduktiv und entspringen wohl nur der Profilierungssucht einzelner.
Ich stimme mit Herrn Kluck überein, das dies absolut keine Qualzucht ist, sondern nur der verzweifelte Versuch, eine wundervolle Hunderasse vor dem aussterben zu bewahren.
Doch scheinbar ist der Mensch der größte Negativfaktor in diesem traurigen Spiel.

Mit freundlichen Gedanken

ein Mensch

Christoph Jung hat gesagt…

Hallo "Mensch",

Probleme kann man nicht lösen, dadurch, dass man sie verniedlicht oder verschweigt.

Qualzucht ist laut Tierschutzgesetz die Zucht mit Tieren:
"... deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten." (§11b 1)

MfG
Christoph Jung

Anonym hat gesagt…

Guten Morgen Herr Jung,

ich stimme absolut mit ihnen überein, Probleme kann man nicht lösen, dadurch, dass man sie verniedlicht oder verschweigt.

Wenn ich nur alleine lese, was für Probleme z.B. die französische Bulldogge mit ihrem Dasein hat, da fällt es ihnen doch bestimmt auch nicht schwer, genug Ansatzpunkte zu finden, oder ist dies hier doch nur ein Kampf um gewisse "be- und empfindlichkeiten"?

Na, dann kämpfen sie mal ihren ehrenvollen Kampf, angesichts der vielen missgestalteten Hunderassen haben sie ja noch eine große Aufgabe vor sich.


Mit freundlichen Gedanken

ein Mensch

Christoph Jung hat gesagt…

Wer nicht kämpft hat schon verloren.

Und mir sind es die Hunde allemal wert, für ihr Wohl zu kämpfen.

Anonym hat gesagt…

Mal sehen ob ich das richtig verstehe:

Qualzucht ist laut Tierschutzgesetz die Zucht mit Tieren:
"... deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten."

Und am Anfang wird gesagt:
"Schon bei der modernen Gründerpopulation zeigte einer der fünf Hunde Symptome einer Magen-Darm-Krankheit."

Also schon 50 Jahren Qualzucht, tsk, tsk, tsk.

Ja, eine schreckliche Krankheit gibt es. Die Autoren vergessen aber leider das es keine medizinisch machbare Diagnose gibt. Und weiterhin haben sie total keine Ahnung wie sie Züchter helfen wollen. Macht doch selber mal mit anstatt negativer Kritik zu geben.

Anonym hat gesagt…

Offener Brief Teil 1/2
Sehr geehrter Herr Jung,

ich wollte, wie im Mail mitgeteilt, keine Stellungnahme zu den Beiträgen über den Lundehund schreiben. Nun bin ich aber dazu aufgefordert worden, so dass ich zu den beiden Beiträgen plus einigen der Kommentare Stellung nehmen werde.

Den ersten Lundehund, Sunny, habe ich vor etwa 65 Jahren kennengelernt, allerdings ohne zu wissen um was für eine Rasse es sich handelt. Meine Lundehunde haben insgesamt 30 Nachkommen dieser „Qualzuchttiere“ seit 2004 produziert (plus durch eine trächtige Hündin werden bald noch mehr „Qualzuchtwelpen“ auf die Welt kommen, schlimm, schlimm). Von diesen 30 sind meines Wissens nur 4 zwischenzeitlich gestorben, und zwar lt. den behandelnden Tierärzten wegen verschleppter Gebärmutterentzündung bzw. Gehirntumor bzw. Rattengift bzw. Herzbeutelentzündung, während sich IL oder PLE bisher nie gezeigt haben. Deshalb ist Ihre Schilderung der angeblichen Krankheitsanfälligkeit der Rasse unberechtigt bzw. irreführend.

Da Sie der Meinung sind, dass hier „Qualzucht“ vorliegt, habe ich zwei Stellen in Norwegen (Mattilsynet/dyrevernnemda: 0047-23 21 68 00 und Dyrebeskyttelsen: 0047-23 13 92 50) angerufen und mitgeteilt, dass sie 2 Anzeigen aus Deutschland wegen „Qualzucht“ zu erwarten haben. Sie müssen allerdings englisch reden, dort gilt noch nicht „jetzt wird in Europa deutsch gesprochen“. Die angesprochenen Stellen haben mir zugesichert, dass, wenn hieb- und stichfeste Beweise vorliegen, sie natürlich etwas unternehmen werden. Um diese Verbreitung von Halb- und Unwissen zu beenden, sehen ich und andere eine Anzeige von Ihnen als die einzige Möglichkeit an, denn jetzt müssen Sie Ihre Fakten auf den Tisch legen. Uns wundert allerdings, dass Sie die „Lundehund-Qualzucht“ = „Tierquälerei“ bisher nicht bei den entsprechenden deutschen Stellen angezeigt haben.

Verwunderlich ist auch, dass Frau Kamphausen in einem sehr langen Telefongespräch zu dem Treffen in Karben extra eingeladen wurde, aber angeblich ablehnte wegen ihrem kranken Hund, als ob nicht ihr Mann oder ihre Tochter für diese Zeit auf den Hund hätten aufpassen können, also warum?

Noch eine Ungereimtheit, wenn Frau Kamphausen so viel am „Lundehundherzen“ liegt, warum ist sie nicht mehr Mitglied im DCNH und/oder VDH?

So, zu den beiden Beiträgen und Kommentaren ist allgemein zu sagen, dass sehr viel unkritisch übernommen und für wahr erklärt wurde. Etwas mehr Quellenforschung, nicht nur speziell ausgesuchte Quellen, und vor allem logisches Denken wäre von Vorteil gewesen.

Ich werde nur das Gröbste bemängeln.

Anonym hat gesagt…

Offener Brief Teil 2/4

Teil A.
1. Maastad war weder eine Not- noch eine Trutzgemeinde, auch keine Bauernsiedlung, sondern ein ganz normales Fischerdorf, wovon es in Norwegen eine Menge gab.

2. Andere Rassen können auch den Kopf nach hinten beugen, z. B. The New Guinea Singing Dog, außerdem fehlen i. allg. mehrere der prämolaren Zähne.

3. Querini strandete am 5.1.1432 auf Sandöy und wurde nach ein paar Wochen, nicht einem Jahr gerettet, denn Sandöy liegt ganz in der Nähe von Röst.

4. Sowohl Negri wie Schönneböl haben Lundehunde gesehen und wussten wie sie jagten, jedenfalls haben sie dies geschrieben, aber vielleicht stimmt das nicht. Skaun hat die Rasse nur wiederentdeckt.

5. Was meinen Sie mit veredeln, mit welcher Rasse wollen Sie dies machen?

Teil B.

1. Ich habe mit einem der Mitbegründer des NLK gesprochen und ihm ist nicht bekannt, dass einer der ersten Hunde Symptome einer Magen–Darm-Krankheit hatte, so ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir die Fundstelle für diese Behauptung nennen.

2. Man fand 1960 keine Restbestände, sondern wusste seit langem von den Lundehunden in Maastad.

3. Nach meiner Kenntnis steht in den meisten Verkaufspapieren von IL, außerdem ist das Thema oft in Lundehund-Nytt behandelt, so dass „gar nichts“ ein sehr leichtfertiger („wulffscher“) Umgang mit der Wahrheit ist.

4. Dass Amanuensis Frau Dr. Ellen Skancke und Professor Dr. Frode Lingaas mit über 30 Jahren Erfahrung mit Lundehunden nicht zählen im Vergleich mit ein paar Jahren Erfahrung von Frau Dr. Berghoff und den Professoren Dr. Nolte und Dr. Steiner, ist allen klar. Warum glauben Sie, dass die beiden erstgenannten um die 100 Blutproben erhalten haben, auch aus Mitteleuropa, während Professor Dr. Diestl nur ein paar erhielt, hat das nicht etwas mit dem Vertrauensfaktor zu tun? Ich hatte seinerzeit angeboten einen Samstag bei der Durchreise wg. Blutabnahme vorbeizufahren; dies wurde abgelehnt, da keine Abnahmemöglichkeit! In diesem Zusammenhang kann ich mich an einen Aufruf erinnern, kranke Lundehunde durch Deutschland zu schleppen, so dass diese in Hannover im Namen der Forschung eingeschläfert werden könnten! Das ist echter Tierschutz!

5. Darstellungen wie „mit immensem diätischen und medizinischen Aufwand“ und „einem jämmerlichen Tod“ sind nach Aussage mehrerer Besitzer, die einen kranken Hund gehabt und wieder aufgepäppelt haben, purer Unsinn. Die meisten Hunde, jedenfalls in Skandinavien, zeigen nach etwa einem halben Jahr mit Diät keine Krankheitssymptome mehr, und das alles hat keine 10.000 $, auch keine 1000 € gekostet. Da wohl alle Hunde die Disposition haben, demnach also Carrier sind, was in Norwegen seit Jahren bekannt ist, die Krankheit also „genetisch bedingt“ ist, können sie natürlich auch nochmals krank werden, bei Menschen ist es genauso.

Anonym hat gesagt…

Offener Brief Teil 3/4

6. Dass die Krankheit genetisch bedingt ist, haben Kreuzungen mit anderen Rassen gezeigt, es ist schön dass „Ihre“ Forscher nachgezogen haben. Krankheiten können trotz optimalem Futter und auch ohne Stress ausbrechen, z. B. nach einem Kampf. Wenn die Krankheit keinen auslösenden Faktor hätte, wäre jeder Hund krank, richtiges Futter, Stressvermeidung und richtige „Lebensverhältnisse“ können erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsausbruchs verringern.

7. Sie schreiben dass Forscher, also mehrere, bzw. die „versammelte Wissenschaft“ die Krankheitsanfälligkeit auf 40 % bis 100 % schätzen. Interessant ist insbes. 100 %, welche Forscher behaupten dies, denn Disposition hatte bisher nichts mit Anfälligkeit zu tun.? Wer sind die „versammelte Wissenschaft“ und vor allem, wo waren sie versammelt?

8. Wenn Sie von „Zuchtlinien“ sprechen wäre interessant zu erfahren welche, denn die Zoologen, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung, es ist zu früh von Zuchtlinien zu sprechen, also Aufklärungsbedarf, ggf. was meinen Sie damit?

9. Zum Schluss, ein paar Kleinigkeiten, die unsauberes Recherchieren bestätigen. Dänischer Lundehundclub ist dort unbekannt.

10. 10 % nach empirischen Daten ist besser als geratene 100 %, jedenfalls der Wahrheit näher.

11. Wie kommen Sie auf die Idee, dass Frau Espelien Verbandsfunktionär ist? Es war wohl nur bezweckt, sie gegen besseres Wissen in schlechtes Licht zu stellen.

12. Warum wird NLCA weder vom AKC noch vom NLK anerkannt?

13. Ist nicht Frau Dr. Torgerson Mitglied von dem nicht anerkannten NLCA?

Kommentare.

1. Ich habe Frau Sedlak seinerzeit mitgeteilt, wenn sie 10000 $ ausgibt, heißt es dass sie „wie eine Gans ausgenommen wurde“.

2. Ich habe Französische Doggen erwähnt um zu zeigen, dass es weit anfälligere Rassen gibt und dass andere Rassen mehr Hilfe brauchen als der Lundehund. Da die Frz. Dogge so flink ist, warte ich gespannt, diese als Begleithund bei Hundeschlittenfahrten zu sehen, oder wie sie sich über Stock und Stein im Unterholz bewegen.

Anonym hat gesagt…

Offener Brief Teil 4/4

3. Ich nehme stark an, dass die 104 Fälle tierärztlich überprüft und bestätigt sind. 104 Hunde sind ja auch etwa 10 %, so dass die empirischen Schätzungen nicht so falsch liegen.

4. Sie schreiben von „würde“, vieles „würde“ und „könnte“. Sind in Deutschland Hunde mit 4,69 % bzw. 4,88 % Inzuchtkoeffizient behaftet oder nicht? Dies sind doch keine Fakten, nur Füllstoff ohne Wert!

5. Wenn „alle“ Hunde krank werden und „jämmerlich“ sterben, grenzt das nachfolgende an „Wunder“. Nach eigenen Aussagen haben die „Verbandsfunktionäre“ und Züchter Roar Torsteinsen in 50 Jahren, mit bis zu gleichzeitig 4 Hunden und Margit Vaatvik fast genau so lange, mit z. T. gleichzeitig noch mehr Hunden, je nur einen Fall von IL gehabt, und beide Hunde wurden wieder gesund. Entweder stimmen Ihre Theorien nicht oder die beiden müssen lügen.



Es geht überhaupt nicht darum das Problem zu verheimlichen oder zu beschönigen, es geht darum, dies nüchtern zu erklären und nicht mit reißerischen Aussagen wie „jämmerlichen Tod erleiden“, „mit 100% Wahrscheinlichkeit krank werden“ etc., und vor allem dürften Lundehundbesitzer, die eine andere Meinung haben, nicht wüst beschimpft werden, davon habe ich eine Menge Beispiele gesammelt. So wie die sehr ernste Angelegenheit jetzt läuft, haben nicht nur ich, sondern sehr viele Norweger den Eindruck, in Deutschland möchten ein paar Leute sich auf Kosten der Lundehunde profilieren. Die Lundehundgemeinschaft ist klein, Norwegen ist ein kleines Land und der Lundehund ist kein Modehund und hat kaum eine Lobby, d.h. man kann alles Mögliche behaupten, egal ob wahr oder unwahr, etwas bleibt hängen!

Mit freundlichen Grüßen

Stein-Erik GRETER
L-6981 Rameldang

Anonym hat gesagt…

So still hier geworden...

Wo bleibt die Antwort des streitbaren Herrn Jung und seiner Mit"streiterin"???

Prima, Herr Greter, Danke!!!

Ein Mensch

 
Petwatch Blog